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2017 total fünf Events - für weitere Events bitte scrollen

24. Oktober 2017

Bürgenstock Resort  www.buergenstock.ch

Die zwei Obwaldner Hotelpioniere Franz Josef Bucher und Josef Durrer sind anno 1871 wohl an einem prächtig sichtigen Tag über die Nidwaldner Alp Tritt zum Bürgenberg aufgestiegen, denn sie beschlossen spontan, hier gemeinsam zu investieren. Sie kauften den ganzen Bürgengrat auf 1128 m.ü.M., planten ihr «Hotel-Projekt Bürgenstock» und eröffneten bereits zwei Jahre später ein erstes Luxushotel. Mutig wurden weitere Hotels und diverse Zugangsmöglichkeiten gebaut und 1905 kam der spektakuläre Hammetschwand-Lift dazu. Dieser ist heute noch in Betrieb.

1925 kaufte Friedrich Frey-Fürst die Bürgenstock-Hotels. Während Jahrzehnten prägte dann die Dynastie Frey das Geschehen auf dem Bürgenstock. Der kleine Ort, bestehend aus Hotels und ein paar wenigen Luxusvillen, schier senkrecht über dem Vierwaldstättersee, mit traumhafter Rund- und Weitsicht, entwickelte sich zu einem weltbekannten Ort.

Berühmtheiten aus Politik und Wirtschaft tagten hier (Konrad Adenauer, Indira Gandhi u.v.m) und Weltstars verbrachten hier ab den 50-er-Jahren ihre Ferien. Sophia Loren und Carlo Ponti, Brigitte Bardot oder Audrey Hepburn waren Stammgäste. Selbst die kleine Bürgenstock-Kapelle erlangte 1954 Weltbekanntheit, durch die Hochzeit von Superstar Hepburn mit Mel Ferrer. Die Kapelle soll übrigens 1892, auch noch von den Obwaldner Hotelpionieren, erstellt worden sein, weil eine französische Prinzessen einige Zeit auf dem Bürgenstock verbringen wollte, aber nur käme, sofern es da auch eine Kirche gäbe. Die Kapelle gehört heute noch der Hotelfamilie Frey bzw. der Frey-Fürst Stiftung.

Mit den Jahren wurde es ruhiger um den Bürgenstock. Die Familien Frey verkauften ab 1996 diverse Hotels, gefolgt von teils mehrere Besitzerwechseln. Aber ab 2011 tauchte das Geschehen auf dem Bürgenstock wieder in sämtlichen Medien auf. Eine Investorengruppe aus Katar kaufte sämtliche Hotel-Liegenschaften. Nach intensiver Planungsphase erfolgte bereits im März 2014 die Grundsteinlegung für ein phantastisches Luxus-Resort. Diverse Bauten wurden abgerissen und neue gebaut und alle denkmalgeschützten Gebäude und Räume wurden aufwändig ausgehöhlt, umgebaut und in liebevoller Detailarbeit restauriert. Tradition und Moderne bilden eine phantastische Einheit. Im August 2017 konnten die ersten Hotels und Restaurants eröffnet werden. Das Angebot an luxuriösen Zimmern, riesigen Suiten, Wohnungen, Bädern, Terrassen, Luxus-Villen und frei zugänglichen Restaurants ist riesig. 

51 Mitglieder vom UNS und Gäste, haben an der 4-stündigen Tour durch das Bürgenstock Resort teilgenommen. In zwei Gruppen aufgeteilt, sind wir von diversen Personen empfangen, geführt und informiert worden. Einen minimalen Querschnitt über die hoch interessante Tour bieten die nachfolgenden Bilder von René Lang.


Alle Teilnehmenden stehen pünktlich zum vereinbarten Führungsbeginn, um 16 Uhr, auf der riesigen Piazza bereit. Aber die Bürgenstock-Angestellte, die uns hätte empfangen sollen, ist nicht da. Anita sah sich genötigt, energisch zu reklamieren. Folglich wurden wir von zwei charmanten Hotelpagen, in adrettem Uniformen, zum Waldhotel geführt.
Die Grösse der Piazza – ohne Grün- und Blumenpracht – dient der Sicherheit und sei von der Feuerwehr so vorgeschrieben worden, damit im Katastrophenfall grosse Gefährte problemlos zirkulieren und manövrieren können.



Ein architektonisches Juwel ist das Waldhotel, das im Dezember 2017, unter der neudeutschen Bezeichnung «Waldhotel Health & Medical Excellence», eröffnet werden soll. Das Gebäude besticht durch die beeindruckende und stufenweise versetzte Fassade aus Zedernholz, mit viel Glas sowie Abbruchsteinen in Stahlgittern, die auflockernde Akzente setzen. Das Haus bietet 23 Krankenzimmer und viele weitere Zimmer für Reha- und Hotelgäste. 10 Ärzte unterschiedlichster medizinischer Fachrichtungen – alle aus der näheren Umgebung – werden hier praktizieren. Das Waldhotel kooperiert eng mit dem Spital Stans und ist als Gruppenpraxis krankenkassenanerkannt, d.h. es steht auch einheimischen Patienten offen.



Die zweite Etage des Waldhotels ist der eigentliche Therapiestock, mit diversen Schwimm- und Therapiebädern und Wellnessräumen, die keine Wünsche offen lassen. Auch gibt es z.B. einem Kälteraum, der stufenweise bis 110° minus runtergekühlt werden kann, zwecks besonders intensiver und rascher Heilwirkung nach Verletzungen.



Blick von oben über die einladende Empfangshalle mit Lounge und Bar im Bürgenstock-Hotel. Hier kommen alle Gäste an – egal wo sie gebucht haben. Nur Waldhotel-Patienten und Kurgäste können im Waldhotel direkt einchecken.



Im völlig neu erstellten «Bürgenstock Hotel & Alpine Spa» befinden sich modernste Räumlichkeiten, Bäder, Terrassen, Zimmer, zahlreiche Bars und Restaurants und im obersten Stockwerk eine etagengrosse Suite. Im Bild sehen wir den Ballsaal, für 600 oder bei Bankettbestuhlung für 300 Personen, mit einer Vollglas-Fensterfront hoch über dem Vierwaldstättersee und mit Blick weit in die Alpenwelt. Ein wahrer Traum! Zum Tanzen sind verschiedengrosse Tanzparkettflächen verfügbar, die je nach Wunsch und Bedarf über dem Teppichboden fixiert werden. 



Wo immer möglich sind raumhohe Panoramafenster eingebaut worden. Hier die Fensterplätze in einem der zahlreichen Restaurants, wo sich Gäste kulinarisch – auch aus andern Kulturen dieser Welt – verwöhnen lassen können.



In historisch besonderen Räumen wurden Säulen und Stuckaturen des 19. Jahrhunderts in liebevoller Handwerkskunst restauriert. Und überall zieren phantastische Bilder mit antiken Rahmen die Wände. Es handelt sich dabei um für Laien nicht erkennbare Kopien von teils weltberühmten Bildern, deren Originale zur kostbaren Kunstsammlung der Familien Frey gehören. 
 


Das exklusive Haute Cuisine Restaurant «RitzCoffier» ist nach den zwei französischen Sterneköchen Riz und Coffier benannt. Beide waren einst auf dem Bürgenstock tätig und blieben lebenslänglich befreundet. Damals wurde noch mit Holz und in Kupferpfannen gekocht und der damalige Herd steht heute mitten im Restaurant (rechts im Bild). Lediglich das Innenleben des einstigen Holzherds ist technisch völlig neu ausgerüstet worden und wird wieder benutzt, d.h. vieles wird vor den Augen der Gäste zubereitet. Zahlreiche nostalgische Kupferkochgefässe aus der Zeit von Ritz und Coffier zieren die Wände des Restaurants – phantastisch!



Der imposante Eingang zum Hotel namens «Bürgenstock Alpine Spa» wirkt einladend. Das alte Club-Hotel ist praktisch vollständig ausgehöhlt und neu ausgebaut worden. Dieses Haus wird anfangs November 2017 eröffnet. Auch hier gibt es luxuriöseste Zimmer, Bäder, Terrassen usw. -und im obersten Stockwerk luxuriöse Suiten, für ganze Familienclans und ihre Entourage.



An den Wänden grosszügiger Verbindungsgänge im neuen Bürgenstock-Hotel zeugen eine Vielzahl historischer Bilder von der ruhmreichen Geschichte, welche 1871 mit den zwei Obwaldner Hotelpionieren begonnen hatte und dank der prächtigen Lage wohl nie enden wird.



Nebst einem Golfplatz gibt es im Resort auch zwei Tennishallen. Diese können mehrfach genutzt werden, z.B. für Ausstellungen oder bestuhlt für Events bis zu 1000 Personen. Die Hallen-Decken stammen von der «neue Holzbau AG» aus Lungern und sind eine wahre Augenweide. Das Berechnen der Holzelemente muss eine unglaublich aufwändige Arbeit gewesen sein, denn jedes Element ist anders, hat also andere Abmessungen, Abschrägungen usw. Zwischen den zwei Hallen befindet sich auch noch ein Aussen-Tennisplatz, der während den Wintermonaten in eine Eisfläche umgewandelt wird, zum Schlittschuhlaufen und für Curlingspiele.



Das abschliessende Referat von Roland Wyrsch, dem Bürgenstock-Gesamtbauprojektleiter, war das Tüpfli auf dem i. Er erzählte uns z.B. von der Zusammenarbeit mit dem kantonalen Denkmalschutz und andern Amtsstellen sowie über die zahlreichen technischen Herausforderungen – gespickt mit amüsanten Anekdoten. Das Echo der Teilnehmenden war denn auch entsprechend. Viele meinten, dem Herrn Wyrsch hätten sie gerne noch länger zugehört. Aber das Nachtessen im Restaurant Taverne war auf 20 Uhr für 36 Personen bestellt und in gemütlichen Runden verbrachten wir – letztlich dann doch 38 an der Zahl – in der Taverne nochmals über zwei Stunden. Ein schöner Event zum Abschluss der diesjährigen Vereinsaktivitäten vom UNS.
 
Danke allen vom Bürgenstock-Personal, die mit der Organisation, den Führungen und dem Service zu tun hatte. Ein ganz besonderer Dank geht an Roland Wyrsch – sein abschliessendes Referat war das krönende Highlight!

Text   Anita M. Herzig
Bilder René Lang

 

 

 
29. August 2017

Neue Holzbau AG  http://www.neueholzbau.ch   

Schier unglaublich – in Lungern, dem beschaulichen Bergdorf am Brünigpass, werden Spezialitäten hergestellt, die in unterschiedlichsten Projekten auf der ganzen Welt bestaunt werden können. Werfen Sie einfach einen Blick in die obgenannte Internetseite.

 

Bruno Abplanalp, n’H-Geschäftsleiter und Mitinhaber, empfängt und informiert uns über sein Unternehmen. Die ursprüngliche Geschichte als Holzbaubetrieb reicht über Einhundert Jahre zurück. Im Jahr 1912 wurde durch die Gebrüder Gasser eine Zimmerei die Holzbau AG gegründet. Diese entwickelte sich im Laufe der Jahre zum Generalunternehmer und baute in der ganzen Schweiz Holzhäuser. Hallen wurden unter der Sarna Hallen AG in ganz Europa erstellt. Die Holzbau AG hatte 1983 finanzielle Schwierigkeiten. Daher gründete man 1983 die neue Holzbau AG und übernahm die 55 Mitarbeiter der «alten» Holzbau AG.  Im 2011 wurde die Nachfolgeregelung für die neue Holzbau AG mit einen Management-Buyout umgesetzt. 1991 entwickelte Arthur Fries das TOPAKTUSTIK®-System und die «NH Akustik + Design AG» wurde als Vertriebs-Firma für Akustikprodukte gegründet. Beide Betriebe beschäftigen insgesamt rund 130 Mitarbeitende. Die beiden Firmen sind aber inzwischen organisatorisch voneinander getrennt; lediglich die Administration befindet sich noch immer in den gemeinsamen Büros.

 

Im Laufe der Jahre hat sich die n‘H zur Spezialistin im Ingenieurholzbau entwickelt. Die n’H ist ein reiner Zulieferbetrieb für anspruchsvolle Holzprojekte, und beschäftigt in diesem Bereich 55 vorwiegend langjährige Mitarbeitende aus der näheren Umgebung. Die n’H stellt keinerlei Massenwaren her, sondern nur ganz spezielle, teils hochkomplexe Holzkonstruktionen, die durch eigene Ingenieure und Techniker, anhand von Architekturvorgaben, berechnet, bis ins letzte Fertigungs- und Montagedetail geplant und produziert werden. Dazu gehören z.B. gebogene Formen, die Leichtigkeit und Eleganz ausstrahlen und dabei – dank der in Lungern entwickelten neuen Verbindungsgeneration der GSA®-Technologie – höchste Qualität garantieren.

 

GSA®-Technologie – Wesentliche Vorteile

  • Standardisiertes System: 
    Das bedeutet eine hohe Verfügbarkeit und damit kurze Reaktionszeit.
  • Hoher Fertigungsgrad:
    Das bedeutet hohe Präzision und Qualität sowie tiefere Kosten.
  • Architektur:
    ästhetisch ansprechende, fast unsichtbare Verbindungen.
  • Brandschutz:
    Die Verbindungsteile sind geschützt, was das Brandverhalten verbessert.
  • Effiziente Montage dank den steckbaren GSA®-Verbindungselementen

Im Betrieb sehen wir unterschiedlichste Bearbeitungsdetails, vorwiegend auf CNC-gesteuerten Abbundanlagen, z.B. schneiden, verleimen, pressen, fräsen, bohren, abkanten usw. Eindrücklich ist auch das Biegen von bis zu 36 Meter langen und mehrfach verleimten BSH-Trägern. Diese werden mittels zeitaufwändigem Pressvorgang bis auf einen bestimmten Radius gebogen. Transportiert werden derart überlange Elemente nur nachts, zwischen 1 und 5 Uhr, und unter polizeilicher Schutzbegleitung. Für den Export in weit entfernte Länder und Übersee müssen die Elemente in Container verladen werden können, wodurch die Länge der Bauteile auf maximal 11,8 Meter beschränkt ist.

 

Die n’H investiert seit Jahren laufend. Weil Aufträge und Auftragsvolumen stetig steigen wird derzeit eine Erweiterung für die Endfertigung geplant. Jährlich werden auf den teils selbst entwickelten und kostspieligen Anlagen rund 9‘000 m3 Laub- und Nadelholz verarbeitet (davon rund 80 % Schweizer Holz, das laufend nachwächst). Die jährlich verarbeitete Holzmenge bindet 7‘500 Tonnen CO2. Damit tragen das Unternehmen und seine Auftraggeber in respektablem Ausmass zum Klimaschutz bei.


Die n’H ist ein technisch hoch interessantes Unternehmen – und wir vom UNS danken für die die Betriebsbesichtigung und wünschen weiterhin viel Erfolg!

 

Anreise mal anders… Unser langjähriges Mitglied (und Hof-Fotograf) René Lang reist auf dem Luftweg zu den zwei Betriebsbesichtigungen! René fuhr zuerst mit der Lungern-Schönbüel-Bahn zur Station Turren; stieg zu Fuss 400 Höhenmeter bis aufs Schönbüel und segelte dann bei strahlendem Wetter mit dem Gleitschirm nach Lungern.

 

Sicht über das Firmengelände der beiden Firmen und die nähere Umgebung, mit dem oberen Zipfel des Lungerersees, aufgenommen durch René Lang, während seines Gleitschirmfluges von Schönbüel nach Lungern-Obsee.

 

Bruno Abplanalp vermittelt uns einen ersten Eindruck über die Geschichte des Unternehmens und die faszinierenden Tätigkeiten im technisch spezialisierten Holzbau, wodurch die n’H laufend Projekte in ganz Europa und Übersee realisieren kann. 

 

Die GSA®-Technologie wurde ab 2000 mit dem emeritierten Professor Ernst Gehri, ETH-Zürich entwickelt. Es handelt sich dabei um mehrheitlich unsichtbare, d.h. im Holz eingeklebte GS-Anker und zum Teil patentierte Verbindungselemente aus Stahl. Dies garantiert ästhetisch elegante Holztragwerke auf höchstem Lastniveau.


13 Besucher/innen vor dem Verwaltungsgebäude – natürlich aus Holz – sind nach den ersten Informationen gespannt auf die anschliessende Führung durch zwei Betriebe. Auf Wunsch werden in den riesigen Arbeitshallen keine Fotos geknipst. 



29. August 2017

TOPAKUSTIK AG   http://www.topakustik.ch  

Über dieses Unternehmen informiert uns Guido Achermann, Leiter Verkauf Export und Mitglied der Geschäftsleitung.

Wie bereits unter n’H erwähnt, wurde das TOPAKTUSTIK®-System 1991 von Arthur Fries entwickelt und patentiert und als Folge davon die «NH Akustik+Design AG» am gleichen Standort gegründet. Produziert wird in einem Gebäude, direkt neben der neuen Holzbau AG.

Bei den Produkten handelt es sich um schallabsorbierende und schalllenkende Decken- und Wandsysteme, mit optisch unterschiedlichstem Design. Die anspruchsvolle Kundschaft kommt inzwischen aus aller Welt. Topakustik arbeitet eng mit Architekten und Akustikern zusammen – auch mit den weltweit Berühmtesten. 

Bereits im Jahr nach der Firmengründung wurde der Verkauf in Deutschland lanciert. 1994 wurde das Unternehmen in Fachkreisen auf einen Schlag international bekannt, nachdem sie das Topakustik-System im Reichstagsgebäude in Berlin (Tagungsort des gesamtdeutschen Parlaments) einbauen durfte. Obwohl es heute auf dem Markt zahlreiche Nachahmerprodukte gibt, hat das Topakustiksystem aus Lungern weltweit die Nase vorn und ist, nebst namhaften Gebäuden in der Schweiz, auf allen Kontinenten in akustisch teils höchst anspruchsvolle Gebäude eingebaut worden. So z.B. im 829,8 Meter hohen und derzeit höchsten Turm-Gebäude der Welt in Dubai (Burj Khalifa). Durch das komplizierte architektonische Gefüge dieses Wolkenkratzers, mussten 1500 unterschiedlich grosse und technisch höchst anspruchsvolle Akustikelemente gefertigt werden. Schier unglaublich! 

Das Topakustiksystem basiert auf Holzwerkstoffen, welche mit Lochbohrungen und Rillungen bearbeitet sind. Erhältlich sind diese mit unterschiedlichsten Oberflächen: farbig lackiert, Melamin beschichtet oder furniert mit allen erhältlichen Holzarten. Dies alles je nach akustischen Bedürfnissen und optischen Wünschen des Kunden. Mehrheitlich wird mit MDF-Platten gearbeitet. Die Platten werden auf CNC-Anlagen bearbeitet, welche zum grössten Teil selbst entwickelt wurden. Die NH Akustik+Design AG investiert seit Jahren laufend in die Produktion, neue Produkte und den Vertrieb, mit dem Ziel auch weiterhin mit qualitativ hochstehenden und preislich konkurrenzfähigen Produkten erfolgreich zu sein.

Die NH Akustik+Design AG beschäftigt in Lungern rund 80 Mitarbeitende, vorwiegend gelernte Schreiner. Dazu kommt eine Tochterfirma in Deutschland als Zulieferer der furnierten Platten und zwei eigene Verkaufsorganisationen in Deutschland und Frankreich. Der Verkauf in alle anderen Länder erfolgt über teilweise langjährige Vertriebspartner und Agenten welche in den jeweiligen Ländern nah beim Endkunden sind. Die NH Akustik+Design AG ist seit jeher Inhaber geführt, 2011 wurde die Nachfolgeregelung von Arthur Fries mit einem Management-Buyout umgesetzt.

Vielen Dank an Guido Achermann, der uns kompetent informiert und durch den hochmodernen Betrieb geführt hat!


Mit dem Topakustik-System ausgerüstete und weltbekannte Bauten. Aber auch in der Schweiz wurden zahlreiche Gebäude via Lungern akustisch perfektioniert, so z.B. die Luxusetagen für VIP-Kunden im Kantonsspital Luzern, zahlreiche Restaurants usw.


Entwicklung der TOPAKTUSTIK® und TOPPERFO® Produkte seit 1991 – Die Funktion der Akustik wird durch immer kleinere Perforierungen (TOPPERFO®-Micro) immer weniger sichtbar.


Hier sind die Besucher/innen der beiden Firmen im nahe gelegenen Felszugang zur unterirdischen Schiessanlage Brünig-Indoor und der dazugehörigen Cantina Caverna. Netzwerken, Fachsimpeln bei Essen und Trinken und Freundschaften pflegen, das gehört bei UNS natürlich stets dazu.


Zum Abschluss des 30° heissen Sommertages geniessen wir die Normaltemperatur in der Cantina Caverna. René Lang, Hof-Fotograf und Gleitschirmpilot, sehen Sie als ersten von links. Alle Bilder in diesem Doppel-Bericht sind von ihm – ausser natürlich das erste und das letzte.

Text:   Anita M. Herzig
Bilder: René Lang

 


28. Juni 2017

3d-prototyp GmbH www.3d-prototyp.com

Marcus Risi ist Gründer und Inhaber der 3d-prototyp GmbH Stans, wo heute die grösste 3D-FDM-Anlage der Schweiz im Einsatz steht. 3D-Druck hat nichts mit Druck im herkömmlichen Sinn zu tun. Beim 3D-Druck handelt es sich um additive Fertigung, d.h. um ein Verfahren, bei dem durch Aufschichtung von Werkstoffen nach einem digital eingescannten Modell dreidimensionale Gegenstände hergestellt werden. 3D-Druck-Prozesse erfordern eine Kombination aus Hardware, Software und Werkstoffen.

Die Entwicklung der 3d-Drucktechnologie begann vor rund 20 Jahren in den USA und in Israel. Und Risis Faszination dafür begann vor rund 12 Jahren anlässlich eines Messebesuches, wo er erstmals ein Werkstück aus einem 3d-Drucker gesehen hatte. Risi informierte sich genauer, kaufte eine erste kleine Anlage für 70‘000 Euro und tüftelte tage- und nächtelang an der Perfektionierung aller möglichen 3D-Produkte, insbesondere für Architektur, Gewerbe und Industrie.

Heute ist Marcus Risi Marktführer in der Schweiz im Bereich von 3D-Dienstleistungen. Dafür stehen ihm 6 Anlagen zur Verfügung, inkl. der grössten FDM-Anlage in der Schweiz für Werkstücke und Modelle in der Grösse von bis zu 900 x 600 x 900 mm. Die Produktionszeit für Teile dieser Grösse beträgt 100 oder gar mehr Stunden. Deshalb laufen die Maschinen teils ununterbrochen – Tag und Nacht.

Im 3D-Druck stecken ungeahnte Möglichkeiten, sei es für die Modellherstellung, aber auch für die Produktion hochkomplexer Teile für Industrie und Gewerbe. So werden bei Risi z.B. Flugzeugteile von höchster Präzision hergestellt, auch Einzelanfertigungen für Oldtimer oder Massenware, wie z.B. ein Flaschen-Drehverschlussdeckel oder Eierbecher auf Hühnerfüssen. Den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Es liegt auf der Hand, dass der 3D-Druck über kurz oder lang in allen Branchen Einzug halten und die Herstellung zahlloser Fertig- und Teileprodukte revolutionieren wird. Im FDM-Verfahren ist fast alles möglich. Dabei werden unterschiedliche Kunststoffe verarbeitet, auch kombiniert, insbesondere Polycarbonat; Teile für Lebensmittel oder für die Medizin bestehen meist aus biokompatiblem und sterilisationsfähigem Silikonmaterial.

Danke Marcus Risi! Danke für die Führung durch Ihren Betrieb und die zahlreichen freimütigen Informationen. Nachfolgend ein paar Eindrücke des UNS-Besuches in Stans.



Anita hat alle Hände voll zu tun, beim Empfang von 26 Personen aus allen Zentralschweizer Regionen, die aus erster Hand erfahren möchten, wie die 3D-Drucktechnik funktioniert.



Marcus Risi (im blauen Hemd) führt uns vor, wie er ein Werkstück auf dem «elektrischen Stuhl» (elektrisch rotierender Drehtisch, durch Anwesende etwas verdeckt) von allen Seiten einscannt, für die 3D-Auflösung, mit einer Massgenauigkeit bei der Umwandlung von 0.1 mm.



Hier entnimmt Markus Risi der 3D-Anlage eine Folie, auf der eine grössere Anzahl gleicher Teile in einem Durchgang gerade fertig produziert worden ist.



Derzeit entsteht das Stadtmodell Region Luzern als Umgebungsmodell. Hier ein Teil des 3d-gedruckten Werks, das digital getrennt in total 963 quadratischen Einzelteilen gedruckt und dann am Bestimmungsort zusammengefügt werden kann.



Bei Marcus Risi können Sie sich selbst, liebe Angehörige, Kinder usw., auch einscannen und im 3D-Druckverfahren herstellen lassen. Kostenpunkt für eine Büste – je nach Grösse – 400 bis 1300 Franken.


Elf UNS-Netzwerker/innen – allesamt von 3D begeistert – besiegelten den Abend gutgelaunt, mit befruchtenden Ideen und Diskussionen, bei einem Nachtessen im Restaurant Allmendhuisli.

Text:   Anita Herzig
Bilder: René Lang

 


11. Mai 2017

Wauwiler Champignons AG www.wauwiler.ch

Am 11. Mai 2017 haben wir den grössten und modernsten Champignons-Produktionsbetrieb in der Schweiz besucht. Die Firma Wauwiler Champignons AG ist ein Familienunternehmen, 1951 in Biglen BE gegründet und seit 1987 im luzernischen Wauwil. Hier werden mit 170 Mitarbeitenden jährlich 550 Tonnen braune und 2250 Tonnen weisse Champignons produziert.

Daneben wird auch Handel mit verschiedenen Kultur- und Wildpilzen betrieben, die an diversen Standorten in der Schweiz produziert und nach Wauwil geliefert werden, zur koordinierten Auslieferung an die Abnehmer. 70 % aller in Wauwil produzierten und gehandelten Pilze gehen an den Detailhandel – inkl. Migros und Coop – und 30 % an Gemüsehändler. Gastronomiebetriebe werden durch die Gemüsehändler bedient. Täglich werden gegen 10 Tonnen Pilze ab Wauwil ausgeliefert. 

Die Pilze gelten zwar als Landwirtschaftsprodukt, geniessen aber gegenüber andern landwirtschaftlichen Erzeugnissen keinen Zollschutz. Dies bedeutet, zollfreie Importe drücken auf die Preise. Auch Champignons und andere Pilze kommen zu tiefen Preisen in die Schweiz, z.B. aus Polen, aber auch aus andern Ländern, bis hin nach China. In diesem Zusammenhang hat uns Markus Stutz, stellvertretender Geschäftsführer, ein paar unternehmerisch interessante Zusammenhänge über Aktions-Geschäfte bei den Grossverteilern verraten.

Der gewerbemässige Handel mit Wildpilzen ist in der Schweiz verboten. Ergo kommen Eierschwämme, Steinpilze und Morcheln, die auf Schweizer Tellern landen, alle aus dem Ausland. Für den Handel abgepackt werden diese in Wauwil. Dabei kommen Steinpilze vorwiegend aus Bulgarien und Ländern bis nach Weissrussland oder aus Afrika. Morcheln kommen heute hauptsächlich aus der Türkei; und den Chinesen ist es gelungen, Morcheln zu züchten, die mit den wild gewachsenen Morcheln geschmacklich praktisch identisch sind.

In Wauwil wird an 365 Tagen im Jahr gearbeitet – kultiviert und geerntet. Der Energiebedarf rund um die Uhr, insbesondere für die komplexe Temperatur- und Feuchtigkeitsregelung in den Produktionsräumen, ist entsprechend hoch. Durch Rückgewinnung der Abwärme wird eine jährliche Heizöl-Einsparung von 120‘000 bis 150‘000 Litern möglich. Zudem liefert eine Photovoltaikanlage auf dem Dach rund 600‘000 kWh Strom und etwa gleichviel muss zugekauft werden. Um das Risiko eines Stromausfalls zu verhindern, wird derzeit an der Anschaffung einer Notstromanlage gearbeitet. Zudem soll mittelfristig die gesamte benötigte Energie selber produziert werden. 


Markus Stutz, Stv. Geschäftsführer, führt uns durch den Betrieb. Hier in einem Produktionsraum vor pflückreifen Champignons. Die Regelung von Feuchtigkeit und Wärme in den riesigen Kulturräumen erfordert viel Erfahrung und ist entscheidend für Wachstum und Qualität der Pilze.


René Lang, mit seiner Kamera, zwischen zwei Etagen der riesigen Substratbehälter, in denen die Champignons reifen. Hier im frühen Reifestadion, mit ersten zaghaft aufkeimenden Champignons, von denen nach dem 17. Tag erstmals und danach während 4 bis 5 Tagen reife und unterschiedlich grosse Pilze geerntet werden können. 


Blick in einen Champignons-Kulturraum mit höhenverstellbarem Pflückwagen. Täglich – also 365 Tage im Jahr – werden ab 06.00 Uhr in der Früh bis abends um 20 Uhr Champignons ab sechs Etagen geerntet. In Wauwil sind 120 Pflückerinnen beschäftigt, die durchschnittlich in einem 75%-Pensum arbeiten. Eine Pflückerin erntet etwa 20 kg Pilze pro Stunde, arbeitet im Stundenlohn und erhält je nach Pflückmenge eine Prämie.   


Blick auf die moderne Verpackungsstrasse. Von hier gelangen die in Schalen verpackten Pilze in den Kühlraum. Bis um 11 Uhr eingehende Bestellungen, werden bereits ab 14 Uhr verladen und in eigenen Kühlwagen zu den Kunden transportiert. Dabei werden die Temperaturen konstant überwacht und elektronisch im Temperaturmessprotokoll aufgezeichnet.  


Netzwerken in gemütlicher Runde, im Haus von unserem geschätzten Mitglied René Lang in St. Erhard. Hier wurden wir von René und seiner Frau Brigitte verwöhnt – mit Wein, Apéro-Häppchen und diversen weiteren Champignons-Köstlichkeiten. Ganz herzlichen Dank an Markus Stutz für die Führung und für den kulinarischen Abschluss der Betriebsbesichtigung bei René!

Text:   Anita Herzig
Bilder: René Lang
 

 

7. März 2017

Haslimann Aufzüge AG, Gunzwil  – www.haslimann.ch   

Gegründet wurde der Betrieb 1949 als mechanische Werkstätte in Beromünster. Bereits 1955 wurde ein erster Käsereiaufzug entwickelt und dieser hat die weitere Geschichte des Betriebes geprägt. 1969 ist der Betrieb nach Gunzwil gezogen und 1973 wurde der erste Personenaufzug produziert. 1992 konnte ein neues Produktionsgebäude bezogen werden und 2012 entstand ein Erweiterungsbau. 2009 hat Markus Haslimann die Geschäftsführung  des traditionsreichen Familienunternehmens in vierter Generation übernommen. Heute beschäftigt Haslimann 73 Mitarbeitende, davon 9 Polymechanikerlehrlinge Fachrichtung Montage.

Produziert werden insbesondere Personen- und Lastenaufzüge mit elektromechanischen bzw. hydraulischen Antrieben sowie Panorama-Aufzüge und Förderanlagen. Haslimann kauft Standardkomponenten ein und passt diese spezifischen Kundenbedürfnissen an. Bekannt ist Haslimann auch für Sonderanlagen nach speziellen Wünschen und Bedürfnissen von Kunden, bis hin zum Einbau massgefertigter Liftanlagen in historische Gebäude. Anlagen von Haslimann bewegen sich preislich eher im oberen Segment, was sich aber dank günstigen Servicekosten innert kurzer Zeit rechnet.

Im Bereich von Reparaturen und Unterhalt vermag Haslimann seinen Service- und Pikettdienst schweizweit rund um die Uhr anzubieten. Bei Liftstörungen lautet das Haslimann-Ziel: Wir sind innert kürzester Zeit beim Kunden! Dies ist dank hoher Flexibilität der Servicemonteure möglich, die regional unterwegs sind.

Derzeit gibt es zahlreiche alte Anlagen, die saniert bzw. ersetzt werden müssen, weil auch punkto Sicherheit zahlreiche neue Vorschriften gelten, die zu Zeiten des Baubooms in den 60-er-Jahren noch nicht existiert haben. So ist beispielsweise der Einbau eines Notrufes in jeden Lift erst seit 2001, mit Inkrafttreten einiger neuer Euronormen, vorgeschrieben. Selbstverständlich ist Haslimann SQS-/ISO-zertifiziert. 

Nachfolgend ein paar Bilder vom Besuch bei Haslimann Aufzüge AG. 


Das Hauptgebäude der Haslimann Aufzüge AG in Gunzwil, mit Verwaltungs- und Fertigungsbereichen, inkl. Ersatzteilelager.


Markus Haslimann (stehend) informiert uns über die Geschichte des Unternehmens und zeigt uns einige spezielle Projekte aus dem Haslimann-Liftbau in historischen und neuen Gebäuden. Alle Teilnehmenden erhalten eine Firmendokumentation und zur Erinnerung eine Echtholz-Pfeffermühle, mit dem Qualitäts-Mahlwerk von Peugeot. Ganz herzlichen Dank! 

 
Hier stehen wir bei der Stahlkonstruktion für einen Personenliftschacht. Solche Schachtelemente müssen absolut massgenau geplant und vorfabriziert werden sowie höchste schweisstechnische Qualitäts- und Sicherheitsvorschriften erfüllen.


Adrian Fischer, Leiter Elektro (ganz rechts), erklärt uns, wie moderne elektromechanische Personenliftantriebe heute funktionieren und gesteuert werden. Diese werden einfach in die Schachtwand eingebaut, ohne zusätzlichen Maschinenraum, was Platz und Baukosten spart.


Bei Haslimann sind riesige Warenlift-Flügeltüren, die viel Platz versperren, passé. Bei einem  Umbau durch Haslimann wird der Liftzugang einfach seitlich versenkt, d.h. beim Öffnen auf Knopfdruck schieben sich mehrere Elemente automatisch seitlich hintereinander (siehe blau lackierter Wandanschluss, hier beidseitig mit je drei Elementen).


Hier können Wand- und Bodendekors ausgewählt werden. Den Varianten für Lift-Innenwand-Dekors sind kaum Grenzen gesetzt. Haslimann kann bezüglich Farben und speziellen Materialien praktisch jeden Kundenwünsch erfüllen. Dasselbe gilt für die Wahl eines passenden Bodenbelags.


Obwohl wir nur Besucher sind, werden wir verwöhnt, als hätten wir gerade einen Riesenauftrag platziert. Wir werden beschenkt und von Mitarbeitenden königlich bewirtet mit Getränken aller Art und riesigen Apéroplatten mit allen möglichen Köstlichkeiten. Ganz herzlichen Dank an Markus Haslimann und sein Team, das uns durch den Betrieb begleitet, zahllose Fragen beantwortet und dann auch noch grosszügig bewirtet hat. Danke!

Text:   Anita Herzig
Bilder: René Lang