2019

28. März 2019

Radio SRF Zentralschweiz, Regionalstudio Luzern 

https://www.srf.ch/news/regional/zentralschweiz
 

Die Hauptsitze von Radio SRF befinden sich in Basel, Bern, Zürich und die Regionalstudios in Luzern, Aarau, St. Gallen und Chur. Für die Regionen arbeiten rund 120 Journalistinnen und Journalisten. Alle sind journalistische Allrounder, d.h. sie rapportieren, fotografieren, interviewen, schreiben und moderieren. Das Regionalstudio Zentralschweiz ging erstmals 1978 auf Sendung und zwar aus Räumlichkeiten im Verkehrshaus. 1984 konnte das Studio am heutigen Standort, Inseliquai 8, bezogen werden. Seither hat sich vieles verändert, insbesondere im Bereich der Technik, was laufende Anpassungen und Erneuerungen nach sich zog. Gearbeitet wird täglich, also 7 Tage pro Woche. Personaleinsätze sowie interne Aktivitäten sind auf die Minute genau geplant.

Fünfmal täglich wird über das regionale Geschehen berichtet. Deshalb beginnt der Frühdienst jeden Morgen um 04.15 Uhr mit der Durchsicht neuester Berichte in Tages- und Regionalzeitungen sowie dem Abhören von Lokalradio-Sendungen, um herauszufinden, über welche Aktualitäten auch das Regionaljournal berichten sollte. Von der Politik, d.h. von den Kantonen, gehen auf der Redaktion laufend Informationen über nennenswerte Fakten ein – ebenso von der Polizei. Morgensendungen werden um 06.32, dann um 07.32 und 08.32 ausgestrahlt. Um 8 Uhr beginnt die Arbeit des Tageschefs oder der Tageschefin (vergleichbar mit der Funktion der Redaktionsleitung), wo alle Fäden zusammenlaufen. Um 08.50 steht die erste Redaktionssitzung auf dem Programm, zwecks Bestimmung der Themen des Tages. Es wird entschieden, über welche Ereignisse, Gespräche und Recherchen berichtet werden soll. Um 09.30 folgt eine nationale Telefonkonferenz und um 12.03 wird bereits die Mittagssendung mit neuesten regionalen Nachrichten ausgestrahlt.

Alle Journalistinnen und Journalisten sind häufig ausser Haus, d.h. an jenen Orten, wo etwas passiert und worüber dann innert kürzester Zeit professionell für die nächste Sendung berichtet werden soll. Das erfordert höchste Flexibilität. Alle Mitarbeitenden haben die SRF-internen publizistischen Leitlinien einzuhalten, welche auf jenen des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) basieren. Im Vordergrund stehen unabhängige, glaubwürdige und vielfältige Berichte, die immer in Mundart geschrieben werden und zwar mit all den mundartsprachlichen Unterschieden. Müssen Texte im Urner oder Nidwaldner Dialekt von einem Stadt-Luzerner gelesen werden, ist das natürlich gewöhnungsbedürftig und braucht etwas Übung, denn Frauen heissen je nach Mundart Fraue, Froue oder gar Fraiwä.

Zwecks Vermeidung von Falschmeldungen und/oder Missverständnissen wird oft bei beteiligten Personen zurückgefragt, ob eine bestimmte Aussage in der formulierten Art und Weise tatsächlich der Wahrheit entspricht. Zudem gilt das 4-Augen-Prinzip, d.h. jeder Bericht wird von einer zweiten Person überprüft.

Am Nachmittag um 14 Uhr kommt die Redaktion nochmals zusammen, um die Themen der halbstündigen Abendsendung zu bestimmen, die ab 17.30 Uhr gesendet werden sollen. Manchmal sind kurzfristige Änderungen nötig, je nachdem, was in den Regionen gerade aktuell passiert. Jede Sendung, jedes Wort, jede Einspielung, alles wird sekundengenau geplant. Zur Zeitberechnung kommt eine technische Raffinesse dazu: Eine Software erkennt aufgrund eines geschriebenen Mundarttextes sekundengenau, wie viel Live-Sendezeit der vorgesehene Sprecher oder die Sprecherin für das Lesen des Mundarttextes von XY benötigen wird. Faszinierend! Während der Live-Sendung verständigt sich der Tontechniker mit dem Sprecher oder der Sprecherin durch die Glaswand per Handzeichen und schaltet Interviews, Meinungsumfragen, Aussagen von Personen usw. dazwischen. Gegen Ende der Sendung schiebt der Techniker noch den aktuellen Wetterbericht dazwischen, gefolgt von einer kurzen Zusammenfassung aller Beiträge. Dann gibt‘s noch den Hinweis, wo und wie die Sendung nachträglich via Internet von jedem PC aus oder übers Handy abgehört werden kann und ganz zuletzt wird auch noch auf wichtige Ereignisse und/oder Sendungen der kommenden Tage hingewiesen.

Für die laufende Aktualisierung der Homepage von SRF News aus der Region Zentralschweiz (inkl. Twitter, Facebook) ist intern eine Person zuständig, welche bisherige Sendungen und Aktualitäten laufend aufschaltet.

Hier ein paar Eindrücke in Bildern: